Montag, 3. März 2014

Völlig Weggeknuspert vom Leben

Wenn jemand dir deine Träume stiehlt und dazu noch deine Blogideen hinter deinem Rücken raubt, noch bevor du sie ganz aussprechen konntest, dann ist das nur einem hinterhältigen Menschen in seine verschlissenen Schuhe zu schieben. Dennoch, und das sage ich mit standhafter Inbrunst in meiner Stimme, zutschen Mr. M und ich noch immer an ein und derselben harten Spaghetti, so wie man es aus dem lieblichen Disney Hundefilm kennt. Unerklärlicher Weise tauchte, als wir über das Bloggen debattierten, auf einmal eine zu hohe Seitenaufrufszahl in den Blogspotstatistiken auf, derer wir uns nicht schuldig zu bekennen sind. Munkler maulten es läge an sogenannten Schlüsselwörtern, die den letzen Blog überschrieben. Doch ich bin fest davon überzeugt, dass Mark Zuckerberg auf unseren Internetauftritt aufmerksam wurde und uns, so bald WhatsApp wieder sicher zum Abhören ist, die nächsten seiner Milliarden in unser Lebenswerk steckt, in welches wir täglich Schweiß und Blut stecken.

Bei einem vermeintlich inspirierenden Game-Soundtrack von einem Spiel, welches ich selbst noch nicht einmal angefangen habe zu spielen, versuche ich über ein geeignetes Thema nachzudenken. Motivationslosigkeit, Antriebslosigkeit - also im Prinzip das Sinnbild dieser Website - wurde hier schon viel zu oft angesprochen. Valentinstag ist zum Glück auch vorbei und einen Wideraufstieg von Königen möchte ich ebenso wenig verkünden, wie deren unzählige Abstiege.

Zur Zeit zerläuft vor mir eine Uhr in einer Spirale aus Buchstabensuppe, in der Möglichkeiten für ultrakurze Momente aufblitzen und sich dann mit den anderen Lettern wieder zu weiteren Optionen formen. Kann ich eine dieser Phrasen festhalten, verbrennen nach einigen Tagen meine Fingerspitzen und aus reinen Unmut lasse ich sie wieder frei und ersuche mein Glück durch ein weiteres Rühren. An meinem Tisch sitzen Stimmen, die mich bestätigen und welche, die mir widersprechen. Sie werfen neue Buchstaben in meine Suppe, so dass ich niemals satt werden kann und entreißen mir den Löffel, um selbst zu rühren. Und dann denke ich bei mir "Du musst jetzt dieses verdammte Wort essen, bevor es in der trüben Kräuterpfütze hier verblasst!".

Jedem, dem es genauso geht empfehle ich eine Therapie. Oder andernfalls einfach in diese Suppe zu spucken und sich vom Tisch zu erheben. Es spielt auch eigentlich gar keine Rolle, ob du nie den Oscar gewinnst, solange du nur irgendetwas tust und für dich selbst weißt, dass du es verdient hättest. An ganz vorderster Stelle ist man sich selbst das größte Problem. Viele sagen, der erste Schritt sollte sein, dies zu erkennen, doch eigentlich ruhen wir uns auf dieser Erkenntnis nur aus und warten darauf, dass ein Engel kommt und uns den Schwanz wieder gerade leckt. Das wird nicht passieren, solange du es nicht selbst machst.
Rein sinnbildlich gesprochen, natürlich.
Also merket; Suppen sind keine Wegweiser, Träume schon.


Ich hab jetzt erstmal Lust auf einen herzhaften Hotdog mit einer großen schwarzen Wurst.

  

Samstag, 1. März 2014

Al-Qaida, Amoklauf, Fluglinienübernewyork, ICQ

Stand der letzten Woche: Während die Ukraine brennt und die (in halbgaren Politdiskussionen bzg. unseres eigenen kleinen "Unterdrückerstaats" immer gern als Heilbringer herangezogene) Schweiz endlich die sehnlichst erwartete Volksinitiative gegen Masseneinwanderung durchgebracht hat, steht das Internet im Bann drastischerer Ereignisse:

"Facebook hat WhatsApp gekauft"
Und ich lese schon wieder die Petitionen: "Zuckerberg soll WhatsApp in Ruhe lassen", "Für ein sicheres WhatsApp".
Gestern noch beim Bier exen für das Internet gefilmt, haben dieselben Leute heute Angst, dass jemand in ihre Privatsphäre eingreift... ?!

Hier also ein ganz kurzer Anriss zum Thema:

Auf Facebook werden Alternativen geteilt, weil Datenschutz wichtig ist (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen). Innerhalb weniger Stunden entstehen ganz neue Trends, Trends wie Threema und Telegram die sicherer sein sollen, weil sie A zu B verschlüsseln, weil Datenschutz wichtig ist.
Dass WhatsApp schon immer veritabel unsicher war, hat die Bewegung "Datenschutz" die letzten Jahre wohl nicht mitgekriegt. 
Auch dass die Eigentümer etablierter Betriebssysteme wie Android, IOS, Windowsphone etc. nach wie vor niemand anderes als Google, Apple, Microsoft und co (Firmen die so oder so cool mit dem Satan persönlich: der NSA, sind) sind und diese, trotz Verschlüsselung im Prinzip ohnehin alles mitprotokollieren könnten bzw. vermutlich auch tun. 

Morgen kommt raus, dass Google Telefonate und Tasteneingaben speichern und wir kaufen uns alle Iphones, im naiven Glauben, Apple wäre da auch nur einen Ticken anders.

Wir sind mal wieder weniger dabei aufzuwachen, als Teil der altbewährten Massenhysterie. 
Der Trend ist nicht Threema oder Telegram, sondern der Datenschutz selbst. 
Alle schreien nach der Sicherheit ihrer Daten... bis übermorgen. 
Dann regelts der Gruppenzwang für Facebook und alle wandern wieder zurück zu WhatsApp, weil Datenschutz wichtig ist aber es eben einfach zu wenig Leute interessiert. 
Und ganz drauf verzichten kann man auch nicht, weil sonst müsste man wieder SMS schreiben und die Leute anrufen und oooh... das kann man ja nicht ernsthaft von uns erwarten -.-

Wie man dem Ganzen jetzt entnehmen könnte, interessiert sich der gewohnt ignorante Mr. M. nicht die Zwiebel für die Tragödie von Facebook und WhatsApp.
Viel eher wurmt es ihn, dieses Programm vor Jahren nicht selbst geschrieben zu haben und es daher nun folgerichtig auch nicht, in verräterischem Akt, an Facebook verkaufen zu können.

Doch so ist die Welt: Kalt und ungerecht.

PS: Vielen Dank an den guten Mr. K. der ausdrücklich NICHT die Erlaubnis gegeben hat, sein Thema aufzugreifen. Aber sie wissen doch, morgen könnte schon wieder Fleisch in der Salami gefunden werden, und welcher Leser könnte sich dann noch für dieses altbackene Thema begeistern? 





Sonntag, 7. Juli 2013

Helter Skelter

Prüfungen stehen an und neben den leichtbekleideten Studentinnen steht diese Zeit wohl vor allem im Zeichen des guten Vorsatzes. Zu Silvester noch über den naiven Selbstbetrug des kleinen Mannes gelästert, folgt jetzt quasi... im Prinzip nichts anderes.
Es ist die Verführung des Aufschiebens und des Bessermachens. Der Grund warum mein Heft-,
Stift-, Block- und Bücherbestand an Umfang und Ordnung immer proportional sinkend zum Fortschritt eines Schuljahres war.
In den ersten Wochen noch der King in der Hood, weil man als einziger im U in Besitz von Hautfarbe und Deckweiß war. Nach einem Monat schon wieder der schäbige Knecht, der vor jeder Bastelstunde betteln gehen musste. Da der gute Mr. M. schon zu Grundschulzeiten einen ansehnlichen Psychopathen abgab, wünschte er der Lehrerin dann auch regelmäßig Pest und Pocken an den Hals, wenn sie ihre rote Viereckschere zückte und die anderen Kinder nur strahlten, weil sie minderbemittelte Waldorfspacken waren. Da der gute Mr. M. zu diesem Zeitpunkt aber auch schon ein sagenhafter Genius war, war er stets bemüht unterschiedliche Sponsoren für sein künstlerisches Schaffen zu finden. Wodurch es ihm schließlich gelang den perfiden Schein des sporadisch vergesslichen Standardschülers in seiner Klasse zu wahren. Da er selten dieselbe Person zweimal aufsuchte, hielten sie seine Bedürftigkeit für das Produkt einmaliger Missgeschicke und boten ihm daher mit Vorlieb die benötigten Utensilien an.
Dann kam Mr. M. in die dritte Klasse und den Leuten viel auf, dass sie getäuscht wurden.
Er wurde von niedrigeren Instanzen zum "schusseligst Pimpf alive" gekürt und gehörte von nun an dem suspekten Außenseitertum an.  

Folgen waren erste Drogeneskapaden, der Absturz in die scientologische Sekte (Cruise rockt!), ein dramatischer Hang zu melancholischem Emopop (damals hieß das noch "Green Day"), das Suchen nach Trost bei den leichten Mädchen aus der zweiten Klasse und der, sich langsam anbahnende, exorbitante Hass auf seine Mitschüler, der bis ins sechste Schuljahr geradezu formidabel gedeihte, wo er in einem blutigen Amoklauf hätte gipfeln können, wäre sich der gute Mr. M. zu diesem Zeitpunkt schon darüber im Klaren gewesen, dass es so etwas gibt.

Auf jeden Fall war der häufigste Vorsatz meines Lebens wohl "nächstes Schuljahr...".
"Nächstes Schuljahr führe ich meine Hefte vorbildlich, nächstes Schuljahr passe ich auf, nächstes Schuljahr stoße ich interessante Konversationen im Unterricht an..."
Man lernt es nicht. Diese Vorsätze hatte ich in meinem Leben dreizehn Mal bevor ich endlich aufgesprungen bin und für andere Umstände gesorgt habe.
Die neuen Vorsätze lauten inzwischen wie folgt:
"Nächstes Semester hab ich für jeden Kurs Schnellhefter, nächstes Semester gehe ich regelmäßig zu Vorlesungen, nächstes Semester stoße ich interessante Konversationen in Seminaren an..."
"Nächstes Semester lerne ich rechtzeitig.... arg".
Ach was wäre ich schon längst für ein besserer Mensch, wenn ich mal ein motivierter Mensch wäre.
So ergibt sich die selbe Situation wie vor fünfzehn Jahren. Ich sitze hier und versuche mich mit dem Verfassen von Blogs von der Arbeit abzuhalten. Wie zynisch, wenn man sich mal überlegt wie oft ich das sonst auf die Reihe bekomme.
Es müsste quasi noch eine ätzendere Instanz geben, von der man sich dann mit dem Büffeln auf Prüfungen ablenken könnte.
Aber was tut man? Man wartet bis es zu spät ist. Bekommt auf den Deckel und gelobt es beim nächsten Mal besser zu machen.

Ich vergleiche mich in letzter Zeit gerne mit der deutschen Gesellschaft, was eigentlich schon eine sehr geschmacklose Form der Selbstkritik ist.
Braucht unsere Gesellschaft doch ähnlich regelmäßig den berühmten Tritt in den Arsch um zu merken, dass was falsch läuft. Und versinkt genauso konsequent zurück in Lethargie, sobald das Thema nicht mehr täglich über die Scheiben der heimischen Breitbildgeräte flimmert.
Fukushima um ernsthaft was gegen Atomkraft zu tun, Hitler um zu merken, dass Toleranz was Gutes ist, ein gewisser Robert Enke musste auf den fahrenden Zug mit aufspringen damit Depressionen in unserer Gesellschaft nicht mehr als läppische Wehwehchen abgetan wurden. Prism um zu merken, dass wir im Internet ausspioniert werden und halb Deutschland ging kürzlich baden, damit die Regierung gerafft hat, dass ihre Ausgaben für Hochwasserschutz bestenfalls rudimentär sind.  
Und heute? Atomkraft ist kein Thema mehr, weil: Fukushima schon längst wieder in ferne Vergangenheit gerückt (und überhaupt ist die Atomkraft ja sowieso so gut wie abgeschafft), Depressionen werden wieder belächelt, Toleranz ist eben optional, Hochwasser? irgendwas war da doch? und generell gibts gerade nichts Wichtigeres, als dass irgendein Programm in den USA das Internet ausspäht. Weil man damit natürlich all die Jahre nicht hätte rechnen können.  
Vielleicht brauchen wir erst die totale nukleare Katastrophe um zu kapieren, dass das mit dem Wettrüsten nix wird. Oder es muss sich erst irgendein Promi qualvoll dahinraffen, damit hier was für aktive Sterbehilfe getan wird.
Vielleicht muss ich ja auch erst durch meine Prüfung fallen, damit ich zwei Wochen mal das ernste Verlangen habe, was zu tun.

So viele Vielleichts und nirgendwo bekommt man die Antworten die man hören will.
Draußen dämmert es und immerhin kann ich meinen Freunden jetzt erzählen, dass ich mal die ganze Nacht in der Bibliothek "durchgelernt" habe.
Vielleicht brauchen wir für den Augenblick auch nur den Schein einer heilen Welt um die Welt als heil zu akzeptieren. Zukunft gibt es schließlich immer.


PS: Papa Roach!
Ihr habt alles an die Wand gerockt.

PPS: LastFM stuft diesen Blog als "nicht vertrauenswürdig" ein. Etwas muss richtig gemacht worden sein. 


Mittwoch, 20. Februar 2013

Seepferdchen, ahu.

Neue Schreckensmeldung zum Thema Fleischskandal oder wie es der Volksmund postuliert: Tatort Lasagne! Manch ein gerissener Gesell bezeichnete es sogar ganz unpassend und flachwitzig als Bundeslasagnalamt. Für diesen niveaulosen Ausrutscher ist noch niemals je eine angemessene Foltermethode erfunden worden.
Doch nun zum eigentlichen zehenknabbern hervorufenden Sachverhalt, der sich viel mehr antithetisch verhält, als er das eigentlich möchte. Wer auch immer (völlig unwichtig, da dieser jemand eh genug Geld über den Pokertisch zugeschoben bekommt) hat herausgefunden, dass Pferdefleisch Spuren von glücklichen Kühen enthalten kann - und zwar eine ganze Menge Spuren. Angenommen das Fleisch wäre ein großer Kuchen und man würde den Kuchen in der Mitte zerschneiden, dann erhält man in etwa das Verhältnis zwischen fröhlicher Kuh und dem stupiden Pferd. Der geneigte Zuschauer - der es begriffen hat - neigt sich jetzt auch gerne mal um sich zum nächsten Punkt dieser widerwärtigen Meldung zu übergeben. Ich meine mir als wahnsinnig fanatischer Tierfreund bricht das ja schon so ein bisschen das Herz. Was soll denn das?
Man kann doch nicht so eine süße Kuh essen, welcher ostsizillianische Kulturkreis veranstaltet denn solch derartig unmoralische Dinner? So eine Kuh, die kennt man, man weiß, dass sie zumeist Milka genannt wird oder einfach nur Helge, im Gegensatz zu einem so exzessiv banalen Pferdetier, das sowieso nur als Wurst im Brötchen sowas wie Ästhetik annimmt.
Ja einigen ist das sogar vollkommen egal. Hauptsache Fleisch. Die haben halt bloß Angst wegen den ganzen anderen Dingen, die so eine Kuh mit sich bringt. Antibiotika, vielleicht sogar Chemie oder gar Wachstumsmittel? Bei sowas wird es mir Angst und Bange, es läuft mir kalt den Rücken runter und bevor es den Boden erreicht, erstarrt es zu Schimmel. Als ob Kühe oder gar Pferde mit sowas auch nur ansatzweise in Verbindung stehen würden.
Zum halben Schluss möchte ich dann nur noch mal verkündet haben, dass eine Kuh mir ja nicht noch einmal in mein Essen kommt. Immerhin ist das ja ein Lebewesen. Also wirklich.

Und zum ganzen Schluss möchte ich den geheimnisvollen Mr. M. (der niemals bei Google googlet oder gar bei Facebook angemeldet ist) für das echt geniale Pferwurstpaket danken. Ohne Fell und der einen Hufe wäre es praktischer gewesen, aber immerhin hat es geschmeckt - und das ist ja wohl die Hauptsache!

Sieht nicht nur scheiße aus. Schmeckt auch noch!



Donnerstag, 14. Februar 2013

Sonne, Mond und Sterne, die esse ich voll gerne.

An diesem Tage sollte man meinen, dass Liebe und Zuneigung an oberster Stelle stehen sollten - vor allem wenn alle aufgeblasenen Herzballons sich voller blutpinker Pracht in den himmelblauen Himmel erheben, nur um dann von turtelnden Tauben eiskalt zerhackt zu werden. So liegt nun auch mein schadstoffverseuchtes Herz in Fetzen vor mir auf den dreckigen Boden der Tatsachen. Und ein gewisser jemand - ja Mr M. - trampelt unentwegt wie ein zweischwänziges großes Tier auf ihnen rum. Das ist schon ein großer Zauber: so ein Elefant.

Nach all den Jahren fast schwesternhafter Beziehung ist nun der Augenblick gekommen an dem die Fassade der Pseudofreundlichkeit zu bröckeln scheint. Solch riesenhafte Brocken, dass ich davon auch ein Lied bröckeln könnte - wohl sicher mehr auf dem Klo, als unter der Dusche. Das wäre absolut unhygienisch und außerdem wohne ich hier ja nicht an einem Ort, der nach irgendwelchen Verdauungsorganen benannt ist und damit wahrscheinlich das Ambiente der Umgebung widerspiegelt. (man munkelte Darmstadt hätte sogar sowas wie einen 'eigenen' Werbespot)

Eine unverzeihliche Unverschämtheit die Mr M. mir im vorherigen und grammatikalisch sehr schlechten Blog entgegenbrachte, ist der Grund für mein überaus epochales Comeback. Ich benutze verdammt noch mal deine rechte Hand dafür! - und das weißt du doch.


So. Während andere gesellschaftsgenormte, glückliche Pärchen besseres zu tun haben als Bloggen, befinde ich mich im virtuellen Raum meiner virtuellen Gedanken und Ausflüchte. Wo ich gerade dabei bin, möchte ich auch hier noch einmal das Wort zum Donnerstag verlieren.
Im Gegensatz zu meinem Schreiberlingsassistenten befinde ich den kommerziellen Tag der Liebe als überaus vorteilhaft. Und das nicht nur in einer anderen Parallelwelt. Schließlich erinnern sich alle mal daran, dass es ja noch was anderes gibt außer 364 Tage im Jahr seinen Partner zu ignorieren und ihn endlich mal einen schönen Strauß überteuerter mit Roboterhand angepflanzter Rosen zu schenken, damit der andere ihm die tolle selbstgekaufte Pralinenschachtel in Herzchenform übergeben kann. Beide Seiten erfreuen sich am gesellschaftlichen Bewusstsein des anderen und der Herzenswärme, die in diesen Presenten innewohnen.
Genau so, wie es sein soll - oder?
Deshalb schenke ich meinem größten Verehrer die Widmung dieses vollkommen brillanten Textes.
Mr. M. ich verzeihe deinen kleinen Ausrutscher und schenke dir hiermit das Tollste, was man einem Menschen geben kann:

Buchstaben.






Mittwoch, 13. Februar 2013

Valentin, Oh Valentin

Bevor ich jetzt anfange, sentimental über den Valentinstag zu sülzen, würde ich mich gerne in aller Aufrichtigkeit für die langen Durststrecken auf diesem Blog entschuldigen. 
Würde ich ja gerne, aber in Wirklichkeit ist es alles Mr. K.s' Schuld. Es ist mir ein inneres Zwiebeln ernten, euch mitteilen zu müssen, dass sich Mr. K. auf dem Berg des Reichtums und der Glorie, ausruht, während ich hier im Schweiße meines Angesichts digitale Weltliteratur schaffe.
So ließ er mir erst kürzlich über seinen Agenten mitteilen, dass er "zwar schon so eine Idee hat" seine Schreibehand zur Zeit jedoch, aufgrund von anrüchigen Sexsoaps auf RTL 2, voll ausgelastet ist.

Was natürlich perfide Ausflucht ist, wissen wir doch aus der Bild, dass er dafür bevorzugt die linke Hand gebraucht.

Doch jetzt mal zum eigentlich Übel. Dem Valentinstag... hach.
Da möchte man doch sofort zu einem schlechtgezeichneten Cartoonherz anschwellen.
Nach dem Fest der Liebe also auch der Tag der Liebe. Die Menschen erfahren eindeutig zu wenig Liebe, wenn ich mir das so anschaue. Müssen Tage nach uns fehlenden Tugenden benennen.
Und dann handhaben wir das auch noch völlig falsch. Während die Männer in Japan von den Frauen mit Schokolade und anderen wohlverdienten Annehmlichkeiten überschüttet werden, berufen wir uns hier auf den längst überholten Brauch der "Gegenseitigkeit".
Jaja, und demnächst fordert dann noch irgendjemand die Gleichberechtigung. Oder Frauen in höheren Ämtern oder überhaupt Frauen außerhalb privater Verpflegungseinrichtungen. Oder die Abschaffung sexistischen Humors als Ablenkung von vollkommener Einfallslosigkeit. 

 Es ist eins unserer vielen Laster, dass wir meinen etwas werde attraktiver bzw. wahrscheinlicher wenn wir es auf unseren Terminkalender schreiben. Im Idealfall noch auf ein Datum setzen, das nicht schon nächste Woche ist. Dann haben wir nämlich noch genügend Zeit uns beim Stressmachen keinen Stress zumachen. In dieser Hinsicht ist der Valentinstag eigentlich schon so etwas wie ein inoffizieller oder zweiter Hochzeitstag, je nachdem ob man eben verhaubt ist oder nicht. Und da hat man sich gefälligst dann auch zu lieben und froh und glücklich und total "wuschelig" zu sein. Schließlich gibts diesen vollkommen genormten und unpersönlichen Tag doch nur einmal im Jahr (wie jeden anderen übrigens auch). Und da muss man sich dann eben auch mal zusammenreißen. Oder man geht in den männlichsten Film des Jahres, in Stirb langsam 5, der so männlich ist, dass er am Valentinstag Premiere feiert. Oder man liest diesen Post, der so einfalls- und zusammenhanglos ist, dass er immer noch nicht wirklich was ausgesagt hat.
Ich will einen offiziellen Mr. M. Tag , an dem man sich ausschließlich damit beschäftigt die Motive von offiziellen Motivtagen motiviert zu monieren.
Das war übrigens das erste geistreiche Wortspiel in diesem Text, für die die sowas nicht mitkriegen, von selbst bzw. Mr. M.s' Erhabenheit aus Prinzip anzweifeln.

Blabla... ich glaube das wird heute nichts mehr mit dem Valentinstag... feiert nicht zu hart.  




Samstag, 22. September 2012

-Hier könnte ihre Werbung stehen-


Heute möchte ich den weltweiten Anklang den dieser Blog genießt, mal schamlos ausnutzen und Werbung schalten. Klingt erst mal ganz schön rotzig... ist es auch. 

Aber worum geht's?
Als ich mich gestern Nachmittag widerwillens aus meinen haselnussbraunen, Launen kühlenden, von Pflaumen raunenden Daunen stemmte, kam ich, dem erbarmungslosen Phantomkarter noch zur Gänze erlegen, aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Denn als ich mich da zum Briefkasten schleppte, war da nicht nur die übliche unzählige Anzahl an Fanpost. Sondern auch ein fast schon edel versiegelter Brief mit so etwas wie einem Firmenstempel.
Wie sich herausstellte die liebevollste Selbstzweckaktion die mir je unter die mit Sekret verklebten Augen gekommen ist.  
"Hochgeschätzter Mr. M." schrieb da, in eloquenter Referenz-Intelligenz, ein gewisser Tim C. "ich würde ganz gerne mal bei ihnen Werbung schalten".

Mir schießen in dieser Situation natürlich sofort etliche Gedanken in Richtung "wir lassen uns nicht vermarkten, das ist Kunst, wir sind kein kommerzielles Nutzprojekt" etc. durch den Kopf.
Doch dann komme ich zu den Anzeigevergütungen. Und ich lese einen Betrag der sich inzwischen auf der Rückseite meiner Augenlider eingebrannt zu haben scheint. Denn immer wenn ich meine Augen jetzt schließe sehe ich diese Zahl. Und diese Zahl wird mich immer an das Vermögen erinnern, das ich damals wider meines unkommerziellen Kunstauftrags nicht an mir habe vorbeiziehen lassen, weil es einfach Grenzen in der Enthaltsamkeit geben sollte... und bei 17,75 Euro darf man schon mal schwach werden. 
Also folgt hier der fast offizielle Werbetext.

Das kalifornische IT Unternehmen (bei dem wir mal aus Rechtsgründen von der Nennung des eigentlichen Namens absehen. Hier also liebevoll in:) " Pearppel " (umgetauft.). Hat vor etwas mehr als einer Woche sein neues Projekt vorgestellt. Da die Resonanz bei so einem Nischenprodukt aber verständlicherweise klein ist, folgt hier nun die versprochene Extrawerbung.

 Laut Tim C. handelt es sich dabei um sowas wie ein tragbares Telefon, dass via. einem komplizierten Algorithmus die Coolness seines Besitzers steigern soll. 

In dieser Funktion wird das Gerät auch depressiven Menschen und Schulhofopfern empfohlen. (Ein Rezept kann übrigens gleichermaßen von Psychologen und Ärzten wie Dr. Sommer ausgestellt werden. Der Preis sinkt dadurch immerhin von 785,99 auf 885,99 Euro). 
Als ein weiteres tolles Gadget gilt Siriii, die bereits auf dem Vorgänger installierte VFE*-Software, soll dieses Mal sogar die Kommunikation mit weniger gut aussehenden Nutzern zulassen. Außerdem will man die soziale Persönlichkeit des Programms überarbeitet haben. Ein Schritt der wohl nicht zuletzt auf die tragische Geschichte des Steve J. zurückzuführen ist.
Der kalifornische Kleinunternehmer und Hobbybastler wurde schließlich von Siriii verlassen, nachdem er ihr von seinem Krebs erzählte. Der gute Steve verstarb noch in derselben Woche an gebrochenem Herzen.
Eine schlimme Geschichte auch für Tim C. war Steve doch selbst bei Pearppel angestellt gewesen. "Er erhielt mit einem Dollar, Jahresgehalt, das zweithöchste Honorar in dieser Firma" beteuert Tim C. auf der anschließenden Pressekonferenz.

Doch zurück zu schöneren Dingen:
Zusätzlich soll das Gerät nämlich auch in der sogenannten Gooder Edition erhältlich sein.
"Eine Herzensangelegenheit" erzählt mir Tim C. stolz "für einen Preisaufschlag von nur 50 % garantiert Pearppel eine Sonderherstellung, frei von Kinderarbeit und Steuerhinterziehung".
"Da ist wirklich für jeden was dabei" finden wir.
"Früher wusste ich nicht wohin mit meinem Geld" berichtet Renate T. glücklich. Und sie ist nicht die einzige, denn bereits die Vorgängermodelle gelten als echte Geheimtipps im "Underground". "Pearppel gibt mir einen Grund jeden Morgen aus meinem Bett zu steigen und arbeiten zu gehen" schwärmt Tom R., Anwalt.

*VFE = Virtuelle Freundin Engine

Es ließ sich jetzt natürlich noch weiter erzählen, wäre Tim C. bereit die große Anzeige zu schalten. Da er das nicht ist, wollen wir ihnen an dieser Stelle nur noch verraten worauf sie sicher schon sehnlichst warten. Den Name des Produkts. Davor sollten sie sich aber noch einmal vor Augen führen, dass hier wirklich nur eine Randgruppe bedient wird. Sein sie also nicht traurig wenn sie diesen Namen jetzt gleich zum ersten Mal lesen. Laut Tim C. wird das Produkt eine Reihe fortsetzen und insofern auch einen traditionelleren Namen tragen.
 Man nennt es wohl iPhone 5 und Experten sagen; es könnte ein richtiger Erfolg werden.