Donnerstag, 20. Oktober 2011

Abgestellt

Manchmal hab ich das Gefühl, die Welt ist so undurchdacht, dass sie tatsächlich von einem höherem Wesen geschaffen worden sein könnte. Hinter so etwas wie Logik steckt sicher ein beinahe so komplizierter Algorithmus wie hinter dem Widerspruchsvollen. Und Gott war offenbar zu faul, beide zu schreiben. Warum auch? Hauptsache es glänzt.
Und bewege man sich im Gefilde wirrer Gedanken einmal zu weit in die falsche Richtung, versagt unsere Vorstellungskraft. Vorstellungskraft... Gott muss eine scheiß Vorstellungskraft haben. Vermutlich nur eine Ansammlung toller Gedanken, geboren aus einer Power Ranger Action Figur und der verhängnisvollen Erkenntnis die uns immer viel zu spät erreicht um noch erfolgreich in den Geschehensprozess eingreifen zu können. Eingriff. Eingreifen ist etwas für Künstler... für Leute die sich selbst verwirklichen wollen. Gott ist aber kein Künstler, er ist ein Schöpfer. Er erschafft keine materielle Verbildlichung seines Seelenlebens, sondern wirft einfach raus, was er an seinem Charakter nicht ausstehen kann. Der Mensch ist der Ego, Neid und Wutausbruch Gottes, wenn er mal wieder gemerkt hat, dass Kühe aus Gold viel cooler sind als steinerne Kreuze. Der Mensch ist die alte Kommode der Schwiegermutter Gottes, mit all den verhassten, schrillen Klamotten und Parfümflaschen. Das unmodischste Möbelstück seines Seelenhauses. Etwas dass man nur noch hat, weil man sich ekelt es anzufassen. Eines Tages rief Gott zwei Sacharbeiter, sie mögen das Möbelstück entsorgen. Die Kommode wurde die Treppe hinuntergeschleift und in einen Container geworfen, und der liebe Schöpfer hat sich nie wieder nach ihr umgesehen.

Edit: Aus irgendeinem, sicher perfiden Grund hatte dieser Beitrag gestern sage und schreibe 149 Klicks. 140 davon aus den USA. Wir sind das Rammstein der Bloggerszene ;-) 

Freitag, 7. Oktober 2011

Lebenssinn

Ein Rohr so blank und kalt, das Innerste ganz schwarz, wie ein Schatten, der den Schatten wirft und das Dunkle in sich saugt, um dann mit einem leisen Klicken, die Stille durchbrechend eine Eisenkugel die lichtlose Leere füllt und rasend schnell, doch wie in Zeitlupe am nackten Stahle reibt, so dass das Uhrwerk stehen bleibt und der lange, zähe Zeiger richtet sich ganz sacht zum Tode aus, alsbald und unabwendbar die Leere wieder Leere ist, derweilen dein Kopf, aus dem das Leben spritzt, von dessen Gegenteil rau zum kühlen Boden gezerrt, deine müden Lider sich verschließen – Freund, sage mir, lohnt es sich zu erschießen?
Gewiss, so liegen Lasten auf den Schultern, die selbst tausende Hände nicht ertrügen, eine Schwere, die die Seele jedes Einzelnen erdrückt, die Beine bricht, damit man nicht mehr vorwärts kommt, die Arme ebenso, um das Gewicht nicht mehr zu tragen, alle Schuld die uns aufgeladen wurde, fällt im selbigen Atemzug zusammen, in welchen wir die Schmach erkennen und den Schmerz der zerbrochenen Knochen spüren, so dass wir schließlich ineinander klappen, ohne je gemerkt zu haben, wie groß ein Turm aus Worten, Taten und dem Nichtstun werden kann.
Wenn das Geld im lodernden Kaminfeuer verbrennt, man lieber hungert als verkühlt und trotz der Zweisamkeit das Einsame nur fühlt, ein Stich ein Stoß im Herzen, verursacht von Personen, die es niemals berührten und es doch zermalmen, letztlich dir die Heimat unter deinen Füßen wegreißen, damit sie weder hungern, gar verkühlen, sie Spott und Verachtung aus einen Staatsschwamm spülen und dich als niedres Wesen mit Abermillionen Anderen in das Abwasser treten, hinter heiligen Kammern für ein bessres Volksland beten.
Ist das Leben, wenn der Begriff das selbige als großes Komplex erfasst, so wie alle kausalen Zusammenhänge ergreift, die äquivalent zum eigentlichen Begriff des Lebens stehen, ein Lebenswertes oder doch der Sinn eher im Unsinn des Lebens zu finden, so dass daraus geschlussfolgert werden kann, wie nutzlos das System den Menschen integriert? - wobei das Integrieren eher einem Auslaugen bis zur Erschöpfung gleicht, um dann wieder abgestoßen zu werden, damit der Stärkere deinen Platz einnimmt und ihm das gleiche widerfährt nur Schlimmer, immer Schlimmer … irgendwann hat sich der Mensch dann selbst zerstört.
Keiner hat das Recht zu leben, noch zu sterben, obgleich in Elend oder purer Freude, so ist der Mensch doch immer das Gleiche, das Selbe, von jetzt bis zum Ende, vom Anfang bis ins Jetzt und niemals wird er damit aufhören.
Weder darf er sich selbst das Leben schenken, noch zu zeitig nehmen, kein Leid abladen, kein Glück schenken und jeden Menschen als uniform erachten, gleichermaßen eine Welt in der der Blinde die Unterschiede sieht, zu schaffen, um das Paradies vom Himmel zu holen.

Eine perfekte Welt, Mitmenschen, die Unmöglichkeit.







Montag, 3. Oktober 2011

Donnerstag, 29. September 2011

Sonntag, 11. September 2011

"Hoch hinter den Terrorbergen, bei den sieben Terrorzwergen."

Heute ist der 11. September 2011. Der zehnte Gedenktag an die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York, bei denen mehr als 3000 Menschen ums Leben kamen und mindestens so viele Personen in Trauer um deren Angehörige versanken. Schön und gut, dass es in den Medien hochgetrieben wurde ... ein Gedenktag folgte dem anderen und so verging das 5., 6. und schließlich auch das 10. Jahr  nach diesen terroristischen Akten.
Doch ist dieses Verhalten gerechtfertigt, ist es wirklich notwendig alle Menschen der Welt daran zu erinnern, dass man es gewagt hat die USA anzugreifen? (Wobei das ja noch nicht einmal völlig handfest ist...) Sollte man nicht im gleichen Atemzug erwähnen, dass dies der Anlass für den Einmarsch in den Irak war oder ist dies eine politische Hetze? Was ist an dieser Katastrophe bedeutsamer als an allen anderen? - betrachtet man sich nur mal die Japankatastrophe 2011 verblasst die Opferzahl von 9/11 ... können 3000 Tote wirklich höher gesetzt werden als fast 20000 Tote nach dem Erdbeben und des Tsunamis ohne dabei vielleicht ein schlechtes Gewissen zu haben oder gar etwa einmal über das nachzudenken, was in den Medien wirklich angesprochen wird und was eben auch nicht?
Die Menschheit wird anscheinend schon in ihrem Mitleidsempfinden gesteuert und zielgerichtet. Wenn etwas Schreckliches passierte und das auch noch im Fernsehen kam oder im Radio, dann gedenkt man der Toten, wird ein Gottesdienst veranlasst und womöglich je nach schwere der Katastrophe ein Gedenktag errichtet.
 Menschen sterben sekündlich ... niemand hat dabei Mitleid. Niemand kann sich auch nur im Geringsten vorstellen, wie Menschen in anderen Ländern sterben und verelenden und an diese wird sich nie jemand erinnern, niemand wird eine Träne weinen und Mitleid empfinden oder so etwas wie Trauer. Nichts war an diesen 3000 Menschen besser, als an jeglichen anderen Menschen, die irgendwann mutwillig getötet wurden oder durch andere Kräfte starben .. wirklich Niemand.
Dieser Gedenktag ist nicht gerechtfertigt, er ist ein Vorhang des Pseudomitleids und der Pseudoanteilnahme.

Erinnert euch an alle Toten, gedenkt jedem Einzelnen und nicht nur einer Gruppe von unrechtmäßig Auserwählten.



11.09 meets "Elfter September"

Wenn es etwas Überflüssigeres als Gedenktage gibt dann sind das Gedenktage um Ereignisse die bereits zehn Jahre zurück liegen. Die Idee eine Katastrophe oder einen Verlust jedes Jahr aufs Neue zurück ins Bewusstsein zu drängen ist so redundant wie dämlich. Zu welchem Zweck versucht man denn, schlimme Dinge zu verarbeiten wenn es irgendwo in der Zukunft nochmal einen Tag gibt an dem man alles wieder rauskramt? Warum lässt man es zu, dass sich so eine Katastrophe jedes Jahr geistig wiederholt?

„Na weil wir die Opfer eben nicht vergessen haben, du apathischer Depp“

Und wer entscheidet dann für welche Opfer Gedenktage eingeführt werden, und für welche nicht? Sollen wir jetzt täglich Schweigeminuten für Terroropfer abhalten? Denn irgendwo ist ja immer jemand durch fremde Hand ums Leben gekommen. Ich fordere eine Schweigeminute für Osama Bin Laden, oder zumindest für meine Uroma weil die ja irgendwie… die hab ich auch noch nicht vergessen. Das der elfte September heute noch derart „gehypet“ wird hängt wohl in erster Linie mit einem nicht unterzukriegenden, im Gehirn leider viel zu tief verankerten, pseudomoralisch und überbewerteten Urmedienempathiegedanken zusammen. Frei nach dem Thema „oh das war ja alles so schrecklich. Ich hab zwar nie eines der Opfer gekannt, saß zu dem Zeitpunkt auf meinem heimischen Sofa und kenne allgemein nur die Bilder von RTL, aber ich trauere total mit… ehrlich ich bin so fertig… echt“. Aber warum? „na weil… na weil… na weil das doch alle sind… das war so schrecklich“ ja schon… aber warum? „weil… ach lass mich einfach… es kommt im TV deshalb hat man da traurig zu sein, du Unmensch“.

Und Türme, die fallen für Jungfrauen im Jenseits
Und dann das Gefühl. von dem man jetzt längst weiß
es wird nicht mehr gehen
nicht in den nächsten Jahrzehnten

In diesem Sinne: denkt an meine Uroma  


Dienstag, 23. August 2011

Ein Wechselbalg, die Welt getauscht

Bekanntlich heißt es ja Vorfreude ist die schönste Freude. Vermutlich liegt das daran dass die Erwartungen vorher immer höher gesteckt sind als sie das eigentliche „Endprodukt“ schlussendlich erfüllen kann. 
Vor allem in der Musik ist das ein bekanntes Phänomen, hat man sich manchmal bereits seit Jahren auf neuen Output seiner Lieblingsband gefreut. Und dann sowas: nicht schlecht, sicher nicht, aber irgendwie auch nichts Besonderes. Nichts Revolutionäres. Die Rede ist in meinem Fall von den jüngsten bzw. den noch ausstehenden Veröffentlichungen der Bands ASP und Edguy.

Bestätigt das neue Edguy Album „Age Of The Joker“ nur meine Befürchtungen; die Band hat ihren Zenit erreicht, ärgert mich ASP richtig. „Wechselbalg“ heißt die Single und soll den „Fremden Zyklus“ (der im bald erscheinenden Album seinen ersten Höhepunkt haben soll) einleiten. Die CD enthält vier Tracks: Wechselbalg, Angstkathedrale, Baldanders und eine Uraufnahme des ASP Hits Dancing. Dabei sind Wechselbalg und Angstkathedrale in den Fremden Zyklus involvierte Songs und Baldanders eine Coverversion der Folkrocklegende Ougenweide.
Zu den einzelnen Songs:

Wechselbalg leitet die Single in rockig-tanzbaren Gewand ein. Instrumental enthält es die typischen ASP-Rhythmen und ist insbesondere ob seiner Geschwindigkeit eigentlich bestens als Singletrack geeignet. Text und vor allem das Reimschema sind klasse und von der Umsetzung keinesfalls nur für ASP Fans interessantes Liedgut. 

Anders der zweite Track: Angstkathedrale ist wohl der an ungeeignetste Singletrack den ASP bisher für ihre Auskopplungen verwendet haben. Zumindest wenn man sich den Urnutzen, damit Leute, die nicht sicher sind ob sich ein Albumkauf lohnt, zu überzeugen, vor Augen führt. Denn dafür ist Angstkathedrale viel zu sperrig und undefinierbar geraten. Der Song erinnert mich ein wenig an Requiem, obwohl er eigentlich überhaupt nicht damit zu vergleichen ist. Der Text ist wie immer genial, die Umsetzung setzt aber einen richtigen Zuhörer voraus. Der langsame, schwermütige Titel ist keineswegs etwas das man so einfach mal nebenher hören kann.

Baldanders war der erste bekannte Track auf der Single und ist zwar nicht unbedingt ASP Like, macht aber trotzdem viel Spaß. Eigentlich gibt es nicht viel mehr über das Cover zu sagen. Es ist nicht so stark wie „Rain“ oder „Kummer“ auf der „Wer Sonst?“ aber immer noch gut gelungen und irgendwie passend auf der CD.

Dancing MCMXCVM ist mein persönlicher Favorit, und das obwohl ich das Original eigentlich noch nie gemocht habe. Unglaublich intim und letztlich voller "musikalischer Macken", aber gerade deshalb fast unheimlich authentisch. 


Die Songs sind sicher alle nicht schlecht, bloß Entwicklung sollte man  (bis auf das Baldanders Cover, das ja eigentlich nicht zählt) nicht unbedingt erwarten. "Wechselbalg" dümpelt irgendwo zwischen „Wer Sonst?“ und dem Krabatalbum, auf richtig gutem Niveau zwar, aber nachwievor noch nicht auf neuen Gleisen. Bleibt zu hoffen dass der Fremde Zyklus mit Albumrelease dann auch wirklich richtig fremd wird. Ich bin nachwievor gespannt.