Mittwoch, 29. August 2012

Posttitel


Nach Tierschändung in der Ukraine, EM Trubel, Anonymous und all dem anderen nicht wahrgenommenen Scheiß. (Man könnte sogar sagen, man habe hier die berühmten Perlen vor die Säue geworfen).
Kehrt dieser Blog hocherhobenen Hauptes und wie sich das gehört, ganz ohne konkretes Konzept oder gar einem tollen Thema, aus der Versenkung zurück (irgendwann*). Dieses Mal auch ohne Fischstäbchen oder sentimentalen gelben Plastikspielzeugen, weil Mr. K. gerade nicht zu erreichen war.  

*irgendwann = eines Tages


Montag, 20. Februar 2012

Ideal für Vollidioten


„Freunde sind wie Sterne...“ „Wahre Freunde sind immer für Dich da und nicht erst Morgen, vielleicht oder irgendwann, sondern sofort“ hach...
*_____________*
Ein Thema das mir nicht zuletzt deshalb auf der Seele liegt, weil ich manchmal selbst dazu neige mit diesen Bilderbuchphrasen um mich zu werfen. Im Regelfall um jemandem zu schmeicheln oder ein schlechtes Gewissen zu machen. Vollkommener Eklektizismus gegen unvollkommene Freundschaften. Weil es einfach gut klingt. Und nehmen uns damit die Möglichkeit, das Objekt das wir für so einzigartig halten, mit unseren eigenen Worten zu beschreiben. Wir assimilieren. Wir verkünsteln uns normgerecht. Solange bis unsere Beziehungen dem Ideal entsprechen. Dem Glauben an ewige Freundschaft und uneingeschränkten Zusammenhalt. Das ist doch... scheiße ;)
Sowas z. B.

„Ein wahrer Freund steht noch zu dir, wenn sich alle anderen längst von dir abgewandt haben“

Die Frage die ich mir da stelle ist „ja warum überhaupt?“. Bist du vielleicht irgendwie ein kleines Bisschen sogar selbst Schuld? Und trittst die Gutmütigkeit der Menschen, die zu naiv sind einzusehen, dass du dich zum totalen Vollidioten gemauserst hast, die "einzig wahren Freunde" mit Füßen?
Dieser Spruch suggeriert uns also, dass sich nur die aller echtesten Freunde ausnutzen lassen?
Ich weiß meine Freunde durchaus zu schätzen. Aber ist es mir deshalb verboten, die Deppen auszusortieren?
Viel eloquenter noch:

„Wahre Freunde sitzen im Knast neben dir und sagen: geile Aktion“

welcher von seiner Prämisse und lyrischen Raffinesse fast schon ein Machtwerk der Onkelz oder Frei.Wild sein könnte.
Sollte ich mich eines Tages in der Situation befinden ins Gefängnis zu wandern, ist „geile Aktion“ sicher das Letzte was ich dann hören will. Klingt spießig, aber gerade von diesen Leuten erwarte ich eigentlich, dass sie mich davon abhalten Dummheiten zu machen.
Und zu guter Letzt:

„Freunde sind wie Sterne, du siehst sie nicht immer aber sie sind immer da“.

Ein Satz der sich inzwischen ja irgendwie schon durch die Tatsache disqualifiziert, dass wir nicht mehr in der Lage sind andere mit unseren Problemen zu "belasten". Und falls wir es doch mal tun, erzählen wir viel mehr als eigentlich nötig ist. Versinken im Selbstmitleid und nutzen die Möglichkeit, endlich jemanden zu haben von dem wir insgeheim wissen, dass er uns nur zuhört, weil er es für seine Pflicht hält, nach Strich und Faden aus. Jey.

Die Clou ist allerdings nicht, dass es keine echten Freunde gäbe, sondern das Ideal von Freundschaft. Entstehend aus diesen, inzwischen unendlich abgedroschenen Floskeln, die jeden Tag aufs neue von Leuten dazu missbraucht werden, sie ihren Liebsten an den Kopf zu werfen, in der Hoffnung, dem etwas näher zu kommen, von dem sie insgeheim wissen, dass es keinesfalls ihrer Beziehung entspricht.
Absolut identische Beobachtungen bei den Partnerschaften. Nur kommen wir hier in den Luxus wesentlich schnellerer Ergebnisse. Schließlich haben die meisten „4evatogeda“ Beziehungen bestenfalls eine Haltbarkeit von geräuchertem Lachs oder Kräuterschmand.
Das nur am Rande.
Man könnte jetzt natürlich noch weiter machen, aber ich muss diesen Text ja dann auch noch korrigieren und... joa... wisst Bescheid :D 

Generell halte ich das zweite Zitat auch für eines der wenigen, die man sich zu Herzen nehmen sollte, um nicht eines Tages im Luftschloss vergessen zu werden.
„Wahre Freunde sind immer für Dich da und nicht erst Morgen, vielleicht oder irgendwann, sondern sofort“

Aber jetzt auch nicht so der rhetorischer Überflieger, oder?



Mittwoch, 18. Januar 2012

An mein hochignorantes Publikum.

Liebe Nie-Versteher und Auf-Alles-Ungewohnte-Pisser, meine Ohren krümmen sich vor Schmerzen, wenn ihr euer Urzeitmaul aufreißt, ich bin ganz und gar überfordert mit der Reflektion eurer Gedankengänge und dem Versuch euer Ausgekotztes zu verstehen. Ich hätte niemals gedacht, dass es für euch so ein verdammtes Problem ist zu akzeptieren, was ich mit meinen Leben anstelle- wobei meine Taten nichtmal im Geringsten irgendjemanden behindern oder beeinträchtigen.
Nur weil euer Verstand auf allzu wichtige Dinge wie dem kollosalem Ballspiel und einen ja so wundervoll ratternden Motor auf zwei Achsen beschränkt ist und ihr nicht willig seid - oder vielleicht auch einfach nur zu unterentwickelt -, um mit den zwei euch gegebenen Augen die Schande der Welt und eure eigene Scheiße anzusehen und im gleichen Moment etwa noch begreift, dass diese so dermaßen abstoßend ist, wie eine Milliarde geschundener Leichen.

Ich habe es satt, ich will und kann diesen niveaulosen Mist nicht mehr ertragen. Unsere Welt, das Leben, eine längst verrostete Blechbüchse im seichten Meereswasser, die von Weitem einem bunt schillernden Fisch gleicht, betrachtete man sie von der Oberfläche aus. Aufgrund von Faulheit, Bequemlichkeit und maßloser Verachtung von offensichtlichen Tatsachen, schafft es nicht einmal die Hälfte von euch auch nur einen Schritt in dieses Wasser zu wagen. Es entspricht nicht der "Normalität", dem gesetzten Standard unserer Gesellschaft und den von euren Umfeld eingehämmerten moralischen Vorstellungen, die denen eines Primaten ähneln, der blind und taub durch das Licht taumelt. 

Euer pseudointellektuelles Verhalten steigt mir als Galle den Hals herauf, gleichzeitig mit dem Wunsch sie euch einfach ins Gesicht zu spein. Die Bitterkeit der Galle besteht darin, dass sie Sturheit nicht verändern, sondern nur auslöschen kann..
"Es wird sich eh nichts ändern."
Wie sollte es auch, wenn niemand den ersten Schritt weg von der Insel ins Meer setzt. Zeichen setzt. Eine Bewegung setzt. Ist es wirklich so verdammt schwer?
Seid ihr wirklich so armselig?
Am bittersüßesten Ende, seid und bleibt ihr einfach nur ...


Mensch.




Freitag, 13. Januar 2012

Freitag, 13. Januar 2012

Aufgeklärte Hobbylynchs kommen dieses Jahr übrigens noch ein zweites Mal in den Genuss, fremden Alltag mit gramgebeugter Unglückstheatralik zu begatten.


Montag, 2. Januar 2012

Silvia wird 12 - oder der Post mit dem schlechten Wortspiel in der Überschrift



Ich schwöre, prinzipiell hatte ich mir schon vorgenommen etwas zu scheinheiligen Neujahresvorsätzen zu schreiben. Aber ich bin eben auch nur ein Mensch der auf dieses schönere Wort für „vertratschen“ reinfällt, insofern passt das auch ganz gut, an dieser Stelle.

Jaja, genau so sieht’s aus.
Silvester ist ein einziger guter Vorsatz, der in seiner Umsetzung schon deshalb kein Gewicht hat, weil es jedes Jahr wiederkommt.  

Vorsätze sind die alten Marmeladengläser im Keller von Zwei-Zimmer-Wohnungen (die logischerweise gar kein Untergeschoss haben und an dieser Stelle lediglich einer weiteren immobiliaren Stussmetapher dienlich sein sollen, blabla). Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Zwei-Zimmer-Wohnungen. Bestimmt sind da eine Menge große Künstler groß geworden (das ärmliche Elternhaus ist ja schließlich schon längst das bessere "aus gutem Hause"). „Gespenster“ wie Carl Spitzweg vermutlich sogar noch in ruchloseren Unterschlupfen.
Aber ich laufe in Gefahr, mich in billigen Ikeafloskeln zu verstricken, - Silvester.  
Marmeladengläser, Süße konservierte Vorsätze, wie wir sie jedes Jahr wieder hervorholen um vom lieblichen Geschmack der Veränderung zu kosten...
Oder auch nur zu träumen, denn der Mensch hat allgemein ein Faible dafür Dinge haltbar zu machen. Haltbar und im Idealfall unangetastet zu lassen, bis man "irgendwann mehr Zeit dafür hat" - mehr Zeit: man stelle sich den, an Lungenkrebs leidenden älteren Herrn vor, teilnahmslos in Richtung der hässlichen Muster seiner gelblichen Tapete schielend. Während sein Hausarzt (wir sind so kulant) neben seinem Bett steht und ihm Diagnose und Todeszeitpunkt nennt.
In solchen Situationen fragt man sich dann doch, welche Marmelade noch im Keller steht. Und die Antwort ist so simple wie für besagte Person frustrierend.
Erdbeere, Brombeere, Stachelbeere, Heidelbeere, Kirsch, Quitten, Pflaumen, Hagebutten und ein großes Glas Apfelmus. Dumm gelaufen...

Wir schaffen uns Vorsätze um uns von der Gegenwart abzulenken. Wir sehen ins Jahr 2012 und sagen „dieses Mal“... (14)
Was du heute kannst besorgen das verschiebe stets auf... weg.
An unser Silvestergeschwafel angepasst, müsste der Spruch sowieso eher „Auch mit Zwischenzeit wird’s keine Dringlichkeit“ (oder so) lauten.

Mein einziger Vorsatz für 2012 war übrigens, diesen Text  zeitgerecht zu verfassen. Anderweitig habe ich fehlerfreies Geschöpf auch keine guten Vorsätze nötig, aber lasst euch das trotzdem eine Lehre sein.

In diesem Sinne, wünsche ich einen von schlechtem Gewissen befreiten Einstieg ins Jahr 2012
(Indem wir wohl auch nur im Kontext: Weltuntergang, auf sowas wie Veränderung hoffen sollten).


Donnerstag, 24. November 2011

Groß (15)

Wer sich im Sinne unbeholfener Heuchelei noch einmal dazu herablässt, mich nach dem fehlenden Gästebuch zu fragen, möge sich an dieser Stelle auf seine, im Falle des Falles, ohnehin unqualifizierte Kritik zurückgewiesen fühlen.


Montag, 14. November 2011

Tiervergegenständlichung.

Oberflächlichkeit...

Sind wir Menschen, die Lebewesen, die an der obersten Spitze der Nahrungskette stehen, uns wirklich dessen bewusst, was wir Würde nennen können oder vielleicht sogar Menschlichkeit? Dürfen wir so etwas als positive Eigenschaft deklarieren, haben wir das Recht dazu unsere Art als fortschrittlich bezeichnen zu können und derweilen leicht belustigt den Kopf über die Dümmlichkeit mancher tollpatschig erscheinender Tiere zu schütteln?
Wir essen totes Fleischgewebe, welches in chemieverseuchten Folien eingeschweißt und mundgerecht im Regal des Kapitalismus auf hungrige Mägen einer Luxusgesellschaft wartet. Das einstmalige Tier würde sich als Dank tausendfach in den Mägen der Menschen erbrechen, wenn es denn könnte. Aber darum geht es nicht. Tiere haben keinen Willen, sind nicht fähig dazu Wünsche zu äußern oder sich über irgendetwas zu beschweren. Deshalb erscheint es auch einfach, den Bruder des süßen kleinen Kaninchens, das von den Kindern im Käfig, welcher sich im eigenen Kinderzimmer befindet, betätschelt wird, im selben Augenblick auf dem Tisch anzurichten und ein Festmahl anzukündigen, da niemand je das Tier zuvor gesehen hat, geschweige denn es selbst schlachten musste.
Würde man den Hasen der Kinder mit einer Axt den Hals vom Rumpfe schlagen, sodass der Kopf mit den niedlich-länglichen Ohren in den Wassernapf plätscherte, sie wären weitaus mehr als traumatisiert und könnten das nicht annähernd begreifen und verstehen. Es wäre eine kranke, bestialische und abartige Handlung, die ein normaler, vernünftiger Mensch niemals vollkommen erfassen kann – und doch ist sie Normalität.

Normalität ist es, in verrotteten Käfigen geboren zu werden, eingepfercht in eine kleine dunkle Halle, in der es so laut ist, dass das Trommelfell zu zerplatzen droht, wo sich Leiber an Leiber drängen, Schreie durch Maschinenlärm erdrückt werden und die Hilferufe in Röcheln übergehen. Eisengitter, Metallstäbe, Krallen, Hufen, Schnäbel, Hörner spießen in deine nie von Sonnenlicht berührte Haut und zeichnen Narben, die niemals heilen werden, gestörte Artgenossen rennen dich nieder, der Stärkere bleibt oben, das Schwache verkümmert zuckend, erstickend am Boden unter einer Decke aus Tritten und unerträglichen Gewicht, welches deine Knochen zermalmt und dir die Luft aus deiner Lunge presst. Öffnen sich die Pforten dringt so grelles weißes Licht an deine Augen, das sie fast zu erblinden drohen, bevor du merkst, wie Hände, große fahrende Gerätschaften mit Schaufeln oder Peitschenhiebe dir den Weg in das vermeintliche Licht zeigen, wie die toten Leiber unter dir wie Dreck weggeworfen werden. Erbärmlich hilflos läufst du über Rampen, fällst bei jedem zweitem Schritt, da dir niemals jemand lehrte wie du gehen musst und wirst unter Schmerzen nach oben getrieben, eine Stütze aus Leid klemmt man dir unter den fetten Körper, die dich trägt, weil du nicht anders kannst.
Als du den ersten Schritt nach draußen wagst, fährt dir sanfter Wind über die Haut, lässt dich zum ersten Mal das Leben spüren, über dem Gestank der Verwesung hängt noch ein lieblicher Duft der Freiheit, der sogleich im nächsten Augenblick zerschlagen wird. Große weiße Gestalten mit Schläuchen und Zangen nähern sich, treiben die Leiber mit Schockgeräten zusammen, schlagen auf die Köpfe, den Rücken, den Hals, damit sie nicht mehr vor Schmerzen schreien und sich endlich bewegen. Einzeln werden sie in einen abgetrennten Bereich geführt, ein eigenartiges Gerät wird an die Schädel der Auserwählten gepresst, bevor es sich mit einem Ruck entlädt und ein Bolzen durch das Gehirn schießt, der das Blut in roten fülligen Bächen über den Boden verteilt. Unkontrolliert sackt der Leib zusammen und einzelne Stöße fahren durch die Gliedmaßen - beide Augen weit aufgerissen. Unverständnis.
Du spürst, wie der Lebenswille aus deinen Körper entweicht und du starr und bewegungslos auf deine Erlösung wartest. Du willst das nicht mehr sehen, es existiert gar nicht, nein … das kann nicht die Hölle sein, es ist so viel ekelerregender und grausamer, wie es sich ein Mensch nicht vorstellen kann.

Irrelevant mit welchen Argumenten man einer Tatsache widersprechen mag. Es ändert rein gar nichts an der Wahrheit. Wenn Blindheit, Sturheit und Dummheit unter einen einheitlichen Begriff zusammengefasst werden könnten, dann unter „Menschlichkeit“. Genau das ist es worum es geht. Solange Menschen morden, quälen und Leid aus nichtigen Gründen, Egoismus und Bequemlichkeiten heraus verbreiten, solange kann man nichts Gutes für die Menschheit empfinden.
Jeder der diese Wahrheit nicht erkennen will, gehört zu den Menschen, die die Welt erst recht nicht braucht. Sie alle sind wertlos.
Menschen sind Tiere. Tiere sind keine Menschen, sonst hätten sie sich schon längst alle umgebracht.